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Straßennamen

Wer legt eigentlich die Straßennamen in einer Gemeinde fest?

Diese Frage ist ganz einfach und kurz zu beantworten: Die Festlegung der Namen von Straßen, Wegen und Plätzen gilt als ureigene Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung; es sind deshalb die Gemeinden, denen diese Aufgabe gesetzlich zugewiesen ist.

In der Praxis wird die Vergabe eines Straßennamens heute meist schon bei der Einrichtung eines neuen Baugebiets von der Gemeindeverwaltung bzw. Stadtverwaltung vorbereitet und abschließend von den gewählten Mitgliedern des Gemeinderats bzw. Stadtrats beraten und beschlossen. In Großstädten, die in Stadtbezirke gegliedert sind, kann die Beratung und Beschlussfassung auf die gewählten Stadtbezirksräte delegiert werden. Eine Anhörung der Anwohner kann vorgesehen sein, muss aber nicht immer Einfluss auf die Beschlussfassung haben. 

Den Gemeinden stehen teilweise Beiräte zur Seite, die sie bei der Auswahl der Straßennamen fachlich beraten können. Auch der StAGN hat hierzu Empfehlungen zur Benennung von Verkehrsflächen in Deutschland (nicht barrierefrei) [PDF, 84 KB] herausgegeben. Bei der Schreibung der Namen sollen die Regeln der deutschen Rechtschreibung beachtet werden.

Wofür braucht man überhaupt Straßennamen?

Straßennamen werden gebraucht, um sich im Gemeindegebiet zu orientieren. In Europa ist der Straßenname in Verbindung mit einer Hausnummer heute die maßgebliche Adresse,  um die Lage eines Gebäudes für jedermann eindeutig zu lokalisieren. Feuerwehr, Polizei, Notärzte, Post und ortsfremde Besucher können sich nur mit Hilfe von Straßennamen zurechtfinden, und selbst die Anwohner benutzen sie, wenn sie sich untereinander verständigen. An Kreuzungen und Einmündungen stehen Straßenschilder, auf Stadtplänen und in Navigationssystemen sind die Namen verzeichnet.

Woher kommen denn die Straßennamen?

Straßennamen können allen Lebensbereichen entstammen. Sie können nach Tieren (Igelweg), Pflanzen (Asternstraße), Ländern (Mexikoplatz) und Städten (Hamburger Straße) oder nach bekannten Personen (Goetheplatz) benannt sein. Sehr gern werden auch ehemalige Flurnamen verwendet, um das Namengut einer jahrhundertelangen landwirtschaftlichen Nutzung zu bewahren (Am Puttenser Felde).

Können sich Straßennamen im Laufe der Zeit auch ändern?

Im Interesse einer sicheren Orientierung sollte ein Straßenname eigentlich nie verändert werden. Manchmal ist es aber geboten, von diesem Grundsatz abzuweichen: Wenn mehrere kleine Gemeinden zu einer neuen, größeren zusammengeschlossen werden, kann es vorkommen, dass es im neuen Gemeindegebiet auf einmal mehrere Straßen gleichen Namens gibt. Hier hat nun der Grundsatz Vorrang, dass in einer Gemeinde jeder Straßenname nur einmal vorkommen sollte, um keine Verwirrung zu stiften, wenn irgendwo dringend Hilfe gebraucht wird. 

Aktuell werden viele Straßennamen in Frage gestellt, die vormals nach Personen benannt wurden, die zu ihrer Zeit angesehen waren, heute aber auch kritisch bewertet werden (Hindenburgstraße), oder die nach heutiger Auffassung rassistisch wirken könnten (Mohrenstraße).  

Bei allen Namensänderungen ist es ein guter Brauch, die alten Straßenschilder vorübergehend neben den neuen hängen zu lassen, um die Orientierung zu erleichtern.
 

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